Die IP-Kamera-Lüge

Analoge Überwachungskameras

Sogenannte „analoge Kameras“, über die einige Hersteller von IP-Kameras auch heute noch schreiben, gibt es seit Anfang der 90er Jahre nicht mehr. Bereits im Jahre 1993 wurden die analogen Röhrenkameras von den digitalen CCD-Kameras abgelöst. In allen Bereichen der Video-Überwachungstechnik werden somit ausschließlich digitale CCD- oder C-Mos–Kameras eingesetzt. Der einzige technische Unterschied, den es bei der Videoüberwachung über-haupt gibt, besteht in der  der Übertragung der Videosignale.

Netzwerkkameras

Hersteller von Netzwerkkomponenten schreiben, dass die Netzwerkverkabelung und IP-Kameras so etwas, wie der Technik letzter Stand wäre. Der Artikel in dem folgenden Link ist ein klassisches Beispiel dafür: Sicherheit für Mensch und Maschine am Beispiel eines Einkaufszentrums Die Grundlagen digitaler Videoüberwachung Dem Autor, Christian Sommer, einem Pre-Sales-Manager kann durchaus unterstellt werden, dass er eine ganz spezielle und besondere Sichtweise zur  Videotechnik hat. Das liegt vermutlich daran, dass er außer der Netzwerktechnik nichts anderes kennt. Weder SDI-Full-HD-Kameras  noch  HDVCI-Full-HD-Kameras mit analoger Koaxübertragung bis 300 m. Selbst  die analoge 2-Draht Videoübertragung bis 1 km  oder LWL-Videoübertragung bis 5 km dürften dem Verfasser nicht bekannt sein.

 

Die klassischen IP- Lügen:

Hier ein Zitat in dem obigen Link: „Wobei der Siegeszug digitaler Videoüberwachungstechnologie durch zahlreiche Vorteile, wie etwa höhere Auflösungen, weniger Installationsaufwand durch weniger Kabel, Remote-Zugriffe und auf lange Sicht geringere Kosten, nicht mehr aufzuhalten ist.“

 1.Lüge: Auflösung

Die Auflösung von Full-HD.Video-Kameras mit analoger Übertragung über RG59 Kabel, ist dieselbe wie bei IP-Kameras bis zu 4 Megapixel. IP-Kameras benötigen aber ein IP-Netzwerk, das mit einem höheren Aufwand und größeren Folgekosten durch Netzwerkadministrator, Kabel, Patches und Switches verbunden ist. Zudem ist das Sicherheitsrisiko durch Fremdzugriffe (Hacker) sehr groß, von der Absturzgefahr der Netzwerke ganz zu schweigen.

Die Auflösung einer IP-Kamera mit 4K unterscheidet sich nicht wesentlich von der Full-HD.Video-Kamera.  Die Menge der Megapixel sind für die  Bildqualität ohnehin nicht  so wichtig wie andere Faktoren.

Nach Studien der Imaging Science Foundation (USA) ist der wichtigste Aspekt einer Bildqualität das Kontrastverhältnis, der zweitwichtigste ist die Farbsättigung und der drittwichtigste  ist die Farbgenauigkeit. Die Auflösung kommt erst an vierter Stelle, obwohl sie die am häufigsten zitierte Spezifikation ist.

   

 2.Lüge: Remote Zugriff

Bereits seit 1990 gibt es bei analogen Videosystemen einen Remote-Zugriff auf Überwachungskameras. Sechs Jahre bevor die erste IP-Kamera auf den Markt kam, konnten schon Videobilder über Telefonleitungen (ISDN) übertragen werden. Heute haben alle Video-Rekorder einen LAN Anschluss, denn ISDN wurde von DSL abgelöst. Somit steht einem Remote-Zugriff per Internet oder App nichts im Wege. Im Gegenteil, bei der  analogen Full-HD.Videoübertragung (HDVCI) werden wesentlich effektivere und einfachere Apps, als bei der IP-Videotechnik verwendet. (Siehe www.video-by-web.de)

3.Lüge: Weniger Installationsaufwand

Ob nun eine Netzwerk-Video-Übertragung als „Ringleitung“ gemacht wird oder eine sternförmige Video-Verkabelung gemacht wird,  ist seit der Einführung von POE ohnehin keine Frage mehr. Der Vorteil einer sternförmigen Video-Verkabelung besteht darin, dass bei einem Leitungausfall nur eine Kamera nicht mehr funktioniert, während in einem Netzwerk immer alle Kameras ausfallen und nichts mehr zu sehen ist. Der Installationsaufwand bei HDVCI-Kameras ist zudem geringer, weil ein Koaxkabel zu Übertragung von Video, Audio und Steuerung ausreicht.

4.Lüge: Weniger Kabel

Wenn eine Auflösung mit 2 oder 4 Megapixel gewünscht wird, kann mit der Full-HD.Video die Übertragung von Video,  Audio und Steuerbefehlen über ein einziges RG 59 Koaxkabel erfolgen. Dadurch bleiben hohe Nebenkosten für die IT-Infrastruktur und Informatiker erspart. Die Netzwerke werden in aller Regel über Switch ebenfalls sternförmig verlegt, somit gibt es im Prinzip keinen Unterschied, da Audio und Steuerbefehle bei den Full-HD.Video-Kameras ebenfalls integriert sind.

Auch das vielgerühmte POE ist nur eine Scheinlösung, zum einen auf 100m begrenzt, zum andern ist der Wirkungsgrad nicht sehr gut. (siehe Bild ) Berechnungen zeigen, dass POE nur bei geringen Leistungen die energetisch günstigere Lösung darstellt. Je größer dabei die Übertragungslänge ist, desto unwirtschaftlicher ist die POE-Lösung, denn die Kabelverluste dominieren. Bereits ab etwa 8 W bei Übertragungswegen ab 50m ist die Energieeffizienz mit dezentralen Netzteilen bereits höher.

5.Lüge: Geringere Kosten

Die Tatsache, dass  die Pflege eines Netzwerkes höhere Kosten verursacht, als eine Koaxverkabelung ist leicht nachzuweisen. Bei einer Koaxverkabelung kann über viele Jahre problemlos eine Videoübertragung gemacht werden, ohne dass irgendein Service an der Verkabelung gemacht werden muss, somit fallen in der Regel gar keine Folgekosten an. Da die neue Full-HDVCI-Videotechnik sogar die alten, bereits vorhandenen Koaxkabel zur Übertragung von Full-HD-Bildern verwenden kann, entfällt in vielen Fällen sogar das Verlegen von neuen Kabeln.